ASYS, der Arbeitskreis für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision unterstützt die Unterschriftenaktion der GPA für eine bessere Finanzierung des Vereines „NEUSTART“.
Nur selten basieren politische Entscheidungen auf sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Umgang mit Menschen, die straffällig werden, ist da keine Ausnahme. Es ist seit Jahrzehnten klar, dass eine simple, kaum auf die spezielle Situation und die beteiligten Personen abgestimmte Haftstrafe eher dem Gerechtigkeits- und Rachebedürfnis der „Unschuldigen“ entgegen kommt als dem vorgeblichen Anliegen, Rückfälle zu verhindern.
Eine Ausnahme bilden hier Bewährungshilfe, außergerichtlicher Tatausgleich und Begleitung der Entlassung aus der Haft. Hier hat das österreichische Bundesministerium für Justiz schon vor sechsundvierzig Jahren eine europäische Vorreiterrolle eingenommen und ein wissenschaftlich fundiertes Angebot ermöglicht, das ganz entsprechend den Grundlagen systemischer Denkweise individuelle Lösungen sucht, um die Teufelskreise von Delinquenz und gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzulösen.
Bei diesem Angebot geht es nicht um die Frage Bestrafung oder nicht, sondern um die Frage, was muss geschehen, damit die Chance, dass eine Person nicht mehr delinquent wird, vergrößert wird.
Seit dieser Zeit wird Bewährungshilfe, später auch außergerichtlicher Tatausgleich und Begleitung der Entlassung aus der Haft für Jugendliche und auch für Erwachsene angeboten. Durch Tatausgleich und Vermittlung gemeinnütziger Leistung im Rahmen von Diversion wurde seit 30 Jahren bewiesen, dass mit Kriminalität in differenzierterer und effektiverer Form umgegangen werden kann.
Der Verein NEUSTART, der mit diesen Aufgaben vom Bundesministerium für Justiz betraut ist, hat Maßstäbe gesetzt, die europaweit Beachtung finden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NEUSTART leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Sicherheit in Österreich und helfen dem Staat sparen, indem sie durch Unterbrechung des Teufelskreises von Delinquenz, Verurteilung, Bestrafung und Rückfall mithelfen, dass Gefangenenzahlen niedriger als in anderen europäischen Ländern bleiben.
Diesem Verein, der einige der wenigen systemisch-wissenschaftlich belegbar sinnvollen Maßnahmen in diesem Bereich durchführt, werden seit einigen Jahren (wie anderen auch) die Mittel jährlich weiter gekürzt, so dass die Qualität seiner Arbeit nicht mehr haltbar ist.
Hier neuerlich zu sparen und die Finanzierung der Tätigkeiten zu reduzieren gefährdet und bringt keinen Nutzen, im Gegenteil: Es ist klar vorhersehbar, dass das Sparen letztlich Mehrkosten für die österreichische Gesellschaft bringt.
Deshalb unterstützt ASYS, der Arbeitskreis für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision die Unterschriftenaktion der GPA für eine bessere Finanzierung des Vereines „Neustart“.
Sie finden Näheres und den Zugang zur Unterschriftenliste unter http://www.gpa-djp.at/neustart.
(P.S.: Sie sollten sich sehr gut überlegen, ob Sie der GPA Adressen von Freunden weitergeben wollen. Man kann Hinweise auf die Unterschriftenliste auch selbst weiterleiten!)
Mehr über die Geschichte von NEUSTART in Österreich finden Sie unter:
http://www.neustart.at/AT/de/Ueber_Neustart/Wir_ueber_uns/Geschichte/
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