| Internationale Fachtagung |
Herzlich Willkommen hier bei der FachtagungIntegration, Rehabilitation, (Re)Sozialisierung - Wer integriert / rehabilitiert / (re)sozialisiert eigentlich wen?Barbara Bittner Herzlich Willkommen hier bei der Fachtagung. die im Rahmen einer "Grundtvig Lernpartnerschaft" in Kooperation von ASYS (Arbeitskreis für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision) - unter der Leitung von DSA Christian Reininger - , der Volkshochschule Ottakring - unter der Leitung von Dr. Michaela Judy - und uns, dem Diplomstudiengang für Sozialarbeit der Fachhochschule FH-Campus Wien - unter der Leitung von Dr. Walter Milowiz - veranstaltet wird. Ich freue mich, dass Sie alle heute gekommen sind, um heute und morgen ein brennendes Thema zu diskutieren. Der Bildungsbereich und auch die Sozialarbeit sind derzeit massiven Umbrüchen unterworfen, die direkte Auswirkungen auf die Studierenden / KlientInnen dieser Institutionen haben. Wir erleben dies unmittelbar in der Ausbildung von SozialarbeiterInnen. Vor 5 Jahren noch öffentlich-rechtliche Akademie für Sozialarbeit, dann Privatisierung und Einrichtung eines 4 jährigen Diplomstudiums mit dem Abschluss Mag (FH), ab Herbst Start einer neuen Bachelor-Studiums für Soziale Arbeit und der Einrichtung von Masterstudien-gängen, wie beispielsweise dem Masterstudiengang "Sozialräumliche und klinische Sozialarbeit". Diese Geschwindigkeit und die damit verbundenen Veränderungen lassen uns etwas außer Atem kommen. Diese Privatisierung, die Auslagerung staatlicher Aufgaben an private Institutionen betrifft auch die Soziale Arbeit. Erwähnen möchte ich
Welche Konsequenzen sind damit verbunden und was bedeutet dies für die davon Betroffenen - Klienten und KlientInnen, Studierende, MitarbeiterInnen?Für diese Non-Profit Unternehmen sind 3 zentrale Folgen zu spüren:
Alle diese Auswirkungen der Privatisierung haben aber auch Folgen für
die KlientInnen der Sozialen Arbeit. Sie führen nämlich dazu,
dass im Bildungsbereich Studierende bzw. in der Sozialarbeit KlientInnen
benötigt werden, bei denen das Unternehmen zeigen kann wie "erfolgreich"
die angebotene Dienstleistung wirkt - wie gut die durch den Auftraggeber
öffentliche Hand vorgegebenen Ziele erreicht werden. Wie gering die
"drop-out-Quoten" bei den Studienreden ist, wie hoch die Vermittlungsquote
im beispielsweise AMS-Bereich ist. KlientInnen, die die gesellschaftlich
geforderten Ziele nicht erreichen - warum auch immer - sind damit für
die Soziale Einrichtung ein "Misserfolg". Gerade im arbeitsmarktpolitischen
Bereich gibt es für KlientInnen, bei denen trotz umfangreicher Förderprogramme
eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich ist,
nur sehr wenig langfristige Möglichkeiten einer sinnstiftenden Alternative.
Sozialarbeit kann die Arbeit aber nicht nur nach jenen ausrichten, die
gut in die vorgegebenen Anforderungen hineinpassen. Gerade die Sozialarbeit
versteht sich nicht als Erfüllungsgehilfe gesellschaftlich vorgegebener
Ziele, sondern las VermittlerIn zwischen unterschiedlichen Lebenswelten,
Werten, Weltanschauungen - und auch als Pertner bei der Entwicklung von
Lösungsmöglichkeiten. Was daher gerade für qualitätsvolle
Sozialarbeit notwendig ist, sind Aushandlungsprozesse: im Dialog zwischen
öffentlicher Hand - Fachexpertise der SozialarbeiterInnen und den
Betroffenen - gerade hier ist die durch die unmittelbare KlientInnearbeit
gewonnen Expertise der Sozialen Arbeit gefragt.
Integration, Rehabilitation (Re)Sozialisierung ist immer ein gesellschaftlicher Prozess bei dem sowohl der/die einzelne, als auch die Gesellschaft gefordert ist. Kennzahlen, die von sozialen Institutionen zu erreichen sind, müssen daher auch dieses Faktum mitberücksichtigen und der Sozialarbeit die Möglichkeiten geben, nicht nur zum Erfüllungsgehilfen ökonomischer Anforderungen zu werden, sondern in diesem Aushandlungsprozess eine aktive Rolle einzunehmen - Gefordert ist der fachliche Diskurs unter Einbeziehung der Sozialarbeit und der Betroffen, um Integration auch wirklich zu ermöglichen. Dem fachlichen Diskurs wird im Rahmen dieser Veranstaltung Raum gegeben. Ich wünsche Ihnen und uns allen eine spannende Tagung. |
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Mit Unterstützung der EU/Grundtvig2
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