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LernAnforderungen und ZuMutungen im Umgang mit Vielfalt

Verena Bruchhagen (http://www.fb12.uni-dortmund.de/einrichtungen/frauenstudien/)

Was gilt es im Umgang mit Vielfalt / Diversity zu lernen?

Die Dynamik des Diversity-Lernens erfordert - so meine These - die Auseinander-setzung mit Ambivalenzen, Paradoxien und Widersprüchen, ganz nach dem Motto "Leben gefährdet Ihre Gesundheit!"

Mindestens zwei Seiten des Lernens lassen sich thematisieren:

  • Lernen als Anpassung an permanenten Anforderungsdruck, dem nicht zu entrinnen ist und
  • Lernen als Chance zur Verbesserung von Entwicklungs-, Gestaltungs- und Bewältigungskompetenzen.

Zum einen geht es in Prozessen, die durch Vielfalt und Verschiedenheit gekennzeichnet sind darum, etwas lernen zu wollen, was wir lernen müssen.


Wie können wir Lernanforderungen begegnen, die wir nicht selber gewählt haben, wo uns nicht die freie Wahl, sondern die Notwendigkeit, die Umstände, das Schicksal…treiben? Oft wird die verspürte Anpassungsforderung, der Lernstress, die Lernangst bewältigt durch einseitige Projektion von Anforderungen auf Andere. (Sollen die sich doch anpassen, deutsch lernen, sich integrieren…!")

Weiter geht es um die Frage der erforderlichen und möglichen (psychosozialen) Anpassung bzw. Grenzsetzung von Systemen. In diesem Prozess gilt es, die eigenen inneren Konflikte (inner diversity) mit den äußeren Prozessen von Diversität, Komplexität und potentiellen Konfliktgemengelagen "sinnvoll" zu koppeln. Das gelingt aber nur, wenn dieser "Grenzverkehr" wechselseitig gestaltet werden kann.

Diversity-Lernen in diesem Sinne ist also immer gebunden an Beziehungsgestaltung in sozialen Situationen. Die ZuMutung besteht darin, (sich und andere) in Prozessen sozialer Differenzierung nicht unhinterfragt einzuordnen, sondern die Herstellung von Gleichheit und Ungleichheit, von Hierarchie, Macht und Dominanz als Ergebnis eines wechselseitigen Herstellungsprozess von sozialer Ordnung zu ermitteln.

Zur Person:
Verena Bruchhagen, geschäftsführende Leiterin des Arbeitsbereichs wissenschaftliche Weiterbildung FRAUENSTUDIEN u. DiVersion: Managing Gender & Diversity / Universität Dortmund, Dipl. Päd., Organisationsberaterin und Supervisorin (DGSv) in systemischer und psychoanalytischer Orientierung, Tätigkeit als Trainerin, Moderatorin, Supervisorin, Vortragstätigkeit, diverse Veröffentlichungen

 

 

 

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