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Internationale Fachtagung
Integration
Rehabilitation
(Re)Sozialisierung
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Integration - ein Wort auf der Suche nach Inhalten:
Ergänzende Ansätze aus Bildung und Sozialarbeit
Michaela Judy (http://ottakring.vhs.at)
Vor rund zwei Jahren saß ich im damaligen Büro
von ASYS mit zwei anderen "Machern" der heutigen Tagung zusammen,
mit Walter Milowiz und Christian reininger, und wir begannen, zwei Themenstränge,
die uns bereits seit einiger Zeit interessierten, zusammenzuführen:
- Die Frage nach Interventionen und Handlungsstrategien, die helfen,
den Austausch zwischen einer Gesellschaft und ihren Individuen zu
öffnen und offen zu halten, d.h. im wörtlichsten Sinne Integration
zu fördern.
- Die Frage, wie wir den 10. Geburtstag von ASYS würdig begehen
könnten.
Es wurde eine Grundtvig2-Lernpartnerschaft daraus, die
es uns ermöglichte, beide Fragestellungen zu verbinden.
Wir nannten die Lernpartnerschaft:
Integration - ein Wort auf der Suche nach Inhalten:
Ergänzende Ansätze aus Bildung und Sozialarbeit
Ein systemischer Theorie - Praxis Diskurs zwischen Sozialarbeit
und Bildung in Bezug auf "Integration" sollte es werden, der
sich mit Fragestellungen auseinandersetzt wie:
" Welche Inhalte sind gemeint, wenn heute allenthalben
von "Integration" die Rede ist?
" Wie wäre Integration als gegenseitiger Prozess beschreibbar,
der auch die "Mehrheit" einbezieht, in die Verantwortung nimmt
und unterstützt? Wie ermöglicht man Kontakte zwischen ausgegrenzten
Einzelnen und der Mehrheit, die auf Wechselseitigkeit beruhen?
" Welche gemeinsamen, bzw. ergänzenden Aufgaben ergeben sich
daraus für Sozialarbeit und Bildung, welche Kooperationsformen sind
denkbar?
Wir kreierten mit der Lernpartnerschaft ein größeres
WIR, das nun folgende Einrichtungen und Arbeitsbereiche umfasst:
-
VHS Ottakring mit den Arbeitsbereichen JUBIZ und
Alfa-Zentrum
-
ASYS
-
fh-campus mit dem Fachhochschullehrgang für
Sozialarbeit
-
Evangelische FH für soziale Arbeit Ludwigsburg-Reutlingen
-
Alpha-beta-picadilly, eine Südtiroler Einrichtung,
die sich Sprachenlernen und Alphabetisierung für MigrantInnen
beschäftigt.
Und ein wichtiges Produkt der Lernpartnerschaft nimmt
hier gerade seinen Anfang: diese Fachtagung.
Für mich persönlich ist eines der Ziele der
Lernpartnerschaft - der Dialog zwischen Sozialarbeit und Bildung - bereits
in Erfüllung gegangen. Ich erlebe die vielfältigen Verknüpfungen,
Impulse und nicht zuletzt gemeinsamen Projekte enorm bereichernd:
- Die inhaltliche und methodische Weiterentwicklung gemeinsamer Aus-
& Weiterbildungsangebote gemeinsam mit ASYS. Inbesondere die Lehrgänge
"Systemische Supervision" von ASYS, und Systemisches Managing
Diversity, für das die VHS Ottakring verantwortlich zeichnet.
- Die Verknüpfung von Angeboten im LernRaum Ottakring, unserem
Kompetenzzentrum für Integration, Sprachen und Diversität
mit den Forschungsfragen dieser Lernpartnerschaft. Die Projekte und
Maßnahmen des LernRaum Ottakring sind das Produkt langjähriger
Erfahrungen in den Bereichen Sprachen und interkulturelle Bildungsarbeit
sowie unserer Bemühungen um angemessene Bildungsangebote für
MigrantInnen. Und die zwei wichtigsten Arbeitsbereiche, das JUBIZ
und das Alfa-Zentrum, sind ja auch heute auf dieser Tagung vertreten.
Wie öfter in meinem Leben bin ich auch auf dieser Tagung als Multifunktionärin
unterwegs: als Direktorin der VHS Ottakring - und damit Eröffnungsrednerin
-, als Moderatorin der Tagung, als ASYS-Mitglied, als Erwachsenenbildnerin.
Vor allem aber als Eine, deren Interesse & Leidenschaft in all diesen
Professionen stets bei der Frage lag und liegt, wie sich Zugehörigkeit
gestalten lässt; anders: wie fördere ich eine Kultur, die es
ermöglicht, dass möglichst viele Menschen zu einer Gruppe, einer
Organisation, einer Gesellschaft, "dazugehören"?
Ich habe im Zuge meiner professionellen Selbstversuche
die Erfahrung gemacht, dass
- Es sich lohnt, Differenzen und Vielfalt zuzulassen, weil dadurch
Kreativität, Eigenverantwortung und sozialer Zusammenhalt steigen.
- Es fundamental ist, für spannungs- oder konfliktträchtige
Situationen Beziehungsformen zu entwickeln, die die Würde aller
Beteiligten respektiert.
- Es notwendig ist, für spannungs- oder konfliktträchtige
Situationen Beziehungsformen zu entwickeln, die nicht im Kampf um
ihre Veränderung bestehen. Aber darüber hören Sie von
Walter Milowiz noch mehr.
Mit diesen Fragen & Anliegen im Kopf bin ich auch
heute hier. Und freue mich auf die vielfältigen Impulse, die wir
einander geben werden. Ich wünsche uns allen eine ertragreiche Tagung!
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