Internationale Fachtagung

Integration
Rehabilitation
(Re)Sozialisierung

 

Knapp daneben - Das SemiNarr

Renate Fischer, Christian Reininger

Wer völlig daneben steht,
bemerkt, dass man daneben auch stehen kann.
Wenn etwas daneben geht,
sieht man, dass man daneben auch gehen kann.
Wer um Welten daneben liegt,
Entdeckt, dass daneben weitere Welten liegen.

 

Westend 2005

Im Alltag scheinen sich gewisse Abläufe ständig zu wiederholen. Selbst dann, wenn wir sie als unerfreulich oder unfruchtbar erleben. Irgendetwas zieht uns nahezu magisch in den Bann, immer wieder in gleicher Weise zu handeln, zu denken und zu fühlen. So ärgere ich mich über die U-Bahn, die vor meiner Nase davongefahren ist, obwohl in drei Minuten schon die nächste kommt. Oder ich sehe mich gezwungen, meinem Gegenüber immer wieder das Gleiche zu sagen, auch wenn ich aus meiner Erfahrung heraus schon erahnen könnte, dass dies sowieso sinnlos ist. Auch in meiner beruflichen Tätigkeit handle ich in vielen Punkten stets gleich, als ob es nicht unzählige Alternativen dazu gäbe.

Doch was würde passieren, wenn plötzlich ein kleines Detail in der vertrauten Szene anders wäre? Wenn ich die Türe einmal mit der linken statt mit der rechten Hand aufmache? Wenn ich die ganze Szene einmal um eine Spur langsamer angehe? Wenn ich mich dabei wie Donald Duck bewegen würde? Wenn ich, egal, was passiert, einfach den Satz "Grüne Bohnen aus Valencia!" mit spanischem Akzent sagen würde? Wenn ich mich bewusst darum bemühen würde, mein übliches Ziel so deutlich wie möglich zu verfehlen?...

 

Wir möchten

Teams und andere Gruppen gerne dabei begleiten, unerforschtes Land knapp neben ihren alltäglichen Abläufen zu entdecken.

Uns geht es nicht darum, Probleme zu analysieren oder fertige Antworten zu präsentieren.

Wir vertrauen darauf, dass überall unzählige Möglichkeiten brach liegen und bloß darauf warten, ergriffen und ausprobiert zu werden.

Dieses Potential möchten wir mit Hilfe von Übungen den TeilnehmerInnen zugänglich machen. Insbesondere in Arbeitsbereichen, in denen eine große psychische Belastung auf den MitarbeiterInnen lastet, scheint uns dieser Zugang hilfreich und entlastend.

 

 

 

 

Mit Unterstützung der EU/Grundtvig2