Internationale Fachtagung

Integration
Rehabilitation
(Re)Sozialisierung

 

Ressourcen im Umfeld:
Die VIP-Karte in Sozialarbeit und Unterricht

Johannes Herwig-Lempp (www.herwig-lempp.de)

Eine VIP-Karte enthält die im Verhältnis zur Hauptperson „Very Important Persons“, die sehr wichtigen Menschen aus den vier Bereichen Familie, Freunde/Bekannte, Arbeit/Ausbildung und Professionelle. Sie dient dazu, über diese Menschen und die Ressourcen, die sie für die Hauptperson darstellen (könnten), ins Gespräch zu kommen und dabei in allen vier Bereichen nachzufragen.

Vorschläge für die Arbeit mit der VIP-Karte:

Fragen Sie die KlientIn, ob sie Lust hätte, mit Ihnen eine VIP-Karte zu erstellen. Erläutern Sie Ihre Absicht und das Vorgehen. Wenn die KlientIn zustimmt, laden Sie sie ein, für jeden Bereich die wichtigsten Personen zu benennen und sie in ihrer Bedeutung und Wiichtigkeit im Abstand zur Mitte einzuzeichnen. Nehmen Sie sich Zeit für dieses Gespräch. Sie können sich zu den einzelnen Menschen Geschichten erzählen lassen, wieso sie wichtig sind und inwiefern sie momentan oder zukünftig hilfreich sein könnten. Ganz nebenbei können Sie zugleich üben, öffnende, zirkuläre, lösungsorientierte, systemische Fragen zu stellen und sorgfältig nachzufragen.

Sie können dabei

  • vorschlagen, sich je Feld auf die 5 bis 6 wichtigsten Personen zu beschränken,

  • zunächst mit Münzen, Spielsteinen oder Figuren, die sich auch verschieben lassen,
    arbeiten (ähnlich wie beim Systembrett),

  • eine Legende, das Datum und die an der Erstellung Beteiligten am Rand notieren,

  • sich inspirieren lassen von dem fertigen Bild: Was fällt uns auf? Was finden wir
    bemerkenswert? Wozu regt uns diese Konstellation an? Worauf macht sie mich
    neugierig? Wo könnte ich noch ins Gespräch kommen?

Variationen:

  • Die vier Felder lassen sich auch anders benennen (oder man kann mehr Felder
    einführen): Vorbilder, Idole, Künstler oder Menschen, mit denen man
    Schwierigkeiten hat.

  • Manche zeichnen auch Verstorbene oder Personen, die früher mal wichtig waren,
    mit ein – oder ihre Haustiere.

  • Die VIP-Karte lässt sich mit der KlientIn, aber auch allein oder im Team erstellen
    und gibt Anregungen, beim nächsten Gespräch nachzufragen.

  • Sie können Personen, die möglicherweise noch vorkommen könnten oder nach
    denen Sie fragen wollen, am Rand des jeweiligen Feldes notieren.

Literatur:

Johannes Herwig-Lempp, Die VIP-Karte – ein einfaches Instrument für die Systemische Sozialarbeit, in: Kontext 4/2004, S. 353-364 (als pdf-Datei auf meiner Homepage)

Johannes Herwig-Lempp, Ressourcenorientierte Teamarbeit – Systemische Praxis der
kollegialen Beratung, Göttingen 2004 (Vandenhoeck & Ruprecht)

 

 

 

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