System Familie

 

Die Systemische Sozialarbeit knüpft historisch besonders an der systemischen Familientherapie an. Psychologen gingen davon aus, dass das Problem im Individuum selbst liege. Daher muss auch die Behandlung über das Individuum erfolgen. Anfang der 60er Jahre tauchte eine neue Idee auf. Sie lautete: Nicht Individuen sondern das ganze System, die Familie, zu beobachten, um herauszufinden wie es zu diesen „Störungen“ kommt. Eltern, die ein „verhaltensgestörtes“ Kind dem Therapeuten überwiesen, waren oft nicht erbaut, wenn dieser die Störung nicht erstrangig „im“ Kind, sondern im „System“ suchen und behandeln wollte. Ein hieraus entwickeltes Konzept war das der Zirkularität: Die Entdeckung, dass in einem Regelkreis kein Anfang mehr ausgemacht werden kann. Ursache und Wirkung können nicht voneinander getrennt werden. Es wird unsinnig, nach Anfang und nach Schuld zu suchen. Nach der systemtheoretischen Sichtweise ist Kommunikation kreisförmig und ohne Anfang. Ein bekanntes Beispiel ist das des Ehepaares, bei dem sich das Nörgeln der Frau und der Rückzug, das Schmollen des Mannes gegenseitig bedingen.


Die Sozialarbeit befasst sich mit sozialen Problemen, wobei sozial nichts anderes heißt als zwischenmenschlich. Soziale Arbeit hat ihr Arbeitsfeld dort, wo die Familientherapie einmal angefangen hat: Bei den Beziehungen zwischen Menschen. Dort, wo die systemischen Ansätze bewusst und reflektiert eingesetzt werden, spricht man von einer „Systemischen Sozialarbeit“ . Die systemische Sozialarbeit hat auch die Haltung der Systemtheorie übernommen: Die Idee, dass die Klienten autonome und eigensinnige Menschen sind, die über eigene Ressourcen verfügen und sie nicht als Objekt zu betrachten.

Bsp.: Vom Alkoholiker zum Pflegehelfer

Entnommen aus:
Herwig-Lempp, Johannes: Von der Familientherapie zur Systemischen Sozialarbeit.
http://www.herwig-lempp.de/sites/pdf/VonderFTzurSystemSozialarbe.pdf vom 22.3.04. Adobe Acrobat Reader erforderlich! -> download