Frequently Asked Questions - Was andere sonst noch wissen wollten:

 

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1. "Inwieweit haben Sie nach der Zusatzausbildung der Systemischen Sozialarbeit gemerkt, dass sich die Arbeit in der Praxis erleichtert bzw. verändert? Wie macht sich das bemerkbar, dass man systemisch mit den Klienten arbeitet?"
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2. "Wie sind Sie auf die Fortbildung "Systemische Sozialarbeit" gekommen?"
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3. "Inwieweit sind finanzielle Unterstützungen eines Klienten laut systemischer Sozialarbeit noch sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass jeder Klient über die Ressourcen und Ideen zur Problemlösung selber verfügt? Sollte man stattdessen nicht eher vermehrt Beratungen anbieten und somit die finanziellen Abhängigkeiten vermeiden?"
=> Antwort

4. " Kann man den systemischen Ansatz auch in diesem Sinne als politischen Ansatz sehen? Ich meine, manchmal ist das was wir tun können und tun sollen, gar nicht das Richtige. Dann muss man schauen bei der Institution usw. und möglicherweise dort etwas ändern. Jede Gesellschaft hat ja auch ihre Ursachen, warum jemand nicht kann. Und dann dreht sich die Geschichte um und es geht nicht nur darum, was tue ich mit dem Klienten, sondern was tue ich noch."
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5. "Was ist eigentlich der Unterschied zwischen "systemischer" und "nicht-systemischer" Sozialarbeit?"
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1." Inwieweit haben Sie nach der Zusatzausbildung der Systemischen Sozialarbeit gemerkt, dass sich die Arbeit in der Praxis erleichtert bzw. verändert? Wie macht sich das bemerkbar, dass man systemisch mit den Klienten arbeitet?"

  • "Für mich hat sich irrsinnig viel verändert. Speziell wie ich auf den Klienten zugehe. Vor allem mit aggressiven Klienten, mit denen ich vor dieser Ausbildung sehr große Probleme hatte, fällt es mir jetzt leichter zu arbeiten. Da gab es ein Erlebnis während meiner Ausbildung: Ich hatte eine Klientin, die sehr aggressiv war, meinen Schreibtisch abräumte und dann mit der Polizei abgeführt werden musste. Als sie dann wiedergekommen ist, habe ich mich gefreut und ich konnte ihr vermitteln, dass ich, aus meiner Rolle als Sozialarbeiterin, sehr froh bin, dass sie das Beratungsgespräch wieder annimmt. Vor der Ausbildung hätte ich eher als gekränkter Mensch reagiert. In dieser Situation aber habe ich das Verhalten der Klientin nicht auf mich selber bezogen, sondern konnte sehen wo das Problem liegt und wie ich es selber verstärkt habe. Es ist mir durch diese Reflexion viel leichter gefallen, mit ihr weiterzuarbeiten."
  • "Ganz wichtig für mich ist der ressourcenorientierte Umgang mit den KlientInnen und dem Klientensystem. Das impliziert für mich auch eine Reflexion meiner eigenen Werte und Werthaltungen. Eigentlich gibt es kein wertfreies Handeln, aber ich habe die Möglichkeit, dass ich mich ein wenig löse von meinen Wertvorstellungen und meinen sozialisierten eingeprägten Dingen, die ich für gut und richtig halte. In meiner praktischen Arbeit (als Sozialarbeiter) ist mir aufgefallen, dass sich möglicherweise neue Ressourcen auftun, wenn ich mich zurücklehne und mir das was andere für wertvoll halten anschaue. Wenn für jemanden anderen etwas wertvoll ist, muss es das nicht unbedingt für mich sein und das kann sogar als Arbeitsinstrument eingesetzt werden. Wenn man das anerkennt, öffnet sich ein sehr breites Feld um einem Problem lösungsorientiert zu begegnen. Da ist es nicht mehr nur von mir als Sozialarbeiter gefordert, eine Lösung anzubieten, sondern sie liegt sehr, sehr oft - oder fast immer- in den Händen des Klienten. Das habe ich ganz stark gelernt durch dieses Umdenken...
    Wichtig ist noch das Zirkuläre Denken. Das zirkuläre Fragen impliziert ja auch ein zirkuläres Denken. Wenn wir gewohnt sind immer im Ursache/Wirkungsprinzip zu denken, dann haben wir für ein Problem oft nur eine Lösung parat. Wenn wir aber anfangen verschiedene Aspekte mit einzubeziehen, die nicht unbedingt meine eigenen sind, sondern von außen kommen, so überträgt sich das zirkuläre Fragen auch auf mein Denken und öffnet wieder neue Perspektiven für den Klienten."
  • "Mir ist zu der Frage eingefallen, dass ich mich selbst als Teil dieses Systems empfinde, egal ob als Berater, Sozialarbeiter oder in der Supervision. Diese Änderung, die eine Veränderung bewirkt, beginnt bei mir. Es macht einen Unterschied ob ich nur dasitze oder ob ich einmal den Fuß auf den Tisch lege - und was das bei den anderen bewirkt. So kann ich bei mir mit der Änderung anfangen, oft mit Fragen oder Ideen - selten mit dem Fuß auf dem Tisch."
  • "Auch für mich haben sich mit der Erkenntnis, dass ich ja bei diesem Ablauf mitspiele, die Handlungsmöglichkeiten vermehrt. Es ist nicht nur der Klient oder das Klientensystem, das irgendetwas tut, sondern ich reagiere auch darauf. Wenn ich darauf warte, dass der Klient etwas macht, kann ich vielleicht 20 Jahre warten. Da wäre ich dann hoffnungslos und frustriert. Aber durch die systemische Dankweise ist mir klarer geworden: Ich bin ja dabei, ich kann etwas anbieten, ich kann das anders sehen, ich kann anders handeln - die Möglichkeiten sind für mich plötzlich mehr geworden. Auf der anderen Seite war für mich dann mehr Gelassenheit da, dass es einfach Dinge gibt, die ich nicht verändern kann. Dass ich mich einmal zurücklehnen und sagen kann: "Ja, OK"."
  • "Ich glaube, dass man schnell merkt, dass man sich leichter tut und dass es für den Klienten nützlich ist und die Wirkung Vorteile hat. Man nimmt weniger an "es ist so und darum tue ich dieses und jenes", sondern man stellt dem Klienten mehr Fragen. Man fragt aber nicht nur, weil man die Information für sich selber braucht, sondern ich denke da ist auch immer sehr viel Information für den Klienten drinnen, wenn er Antworten geben muss. In der systemischen Vorgehensweise gibt es viele Kleinigkeiten, die wirken."

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2. "Wie sind Sie auf die Fortbildung "Systemische Sozialarbeit" gekommen?"

  • " Also bei mir war es so, dass ich lange Zeit als Sozialarbeiter gearbeitet habe und für mich das, was ich auf der SOZAK gelernt habe zwar gut und sehr wichtig war, es jedoch irgendwann eine Grenze erreicht hat in meinen Handlungs- und Wirkungsweisen. Ich stieß immer wieder auf Probleme, die ich nicht überwinden konnte. Für mich - ich habe sehr viele Fortbildungen gemacht - war es immer wichtig, mich fortzubilden, jedoch gab es nicht sehr viel, was mein Handlungsspektrum erweitert hätte. Ich habe dann herumgesucht und geschaut, welche Angebote es gab, wobei ich mich schon immer auch für therapeutische Ausbildungen interessierte. Einmal wollte ich schon die Familientherapieausbildung beginnen, doch dann stieß ich auf die Systemische Sozialarbeit, welche mich interessierte und mir helfen könnte, meine Arbeit zu verbessern."
  • "Auf der Suche nach einer passenden Weiterbildung bin ich auf die Systemische Sozialarbeit gestoßen, habe damit begonnen und bin bis heute dabei geblieben."
  • "Das systemische Denken ist einfach interessant."
  • "Ich habe zum ersten Mal von der Systemischen Sozialarbeit beim Herrn Dr. Milowiz gehört, als ich noch in der SOZAK war. Für mich war es genau das, was mir damals eigentlich gefehlt in der Ausbildung der SOZAK hat, welche sehr praxisorientiert war, jedoch das Theoretische für mich ein bisschen fehlte. Das konstruktivistische Denken, das auch in der Systemischen Sozialarbeit steckt, hat mich besonders interessiert. Als ich dann hörte, dass es diesen Lehrgang gab, habe ich gewusst, dass es das Richtige für mich ist."
  • "Ich habe mir zuerst überlegt, ob ich die Geschichte überhaupt erzählen soll, weil sie ein wenig peinlich ist, aber sie trifft es irgendwie ganz gut. Ich habe zuerst die SOZAK gemacht und danach in verschiedenen anderen Bereichen auch gearbeitet. Ich habe mir eigentlich nicht vorstellen können als Sozialarbeiterin arbeiten zu können und habe dann ein Kind bekommen. Später wollte ich dann eine Fortbildung machen und mich doch wieder irgendwie mit Soziarbeit befassen und habe das Fortbildungsheft von der SOZAK "Systematische Soziarbeit" gelesen, wobei ich mir dachte, das passt super. Ich habe "Systematische" gelesen und da ich ein sehr strukturierter Mensch bin, wäre dies ideal für mich gewesen. Ich bin dann dorthin gekommen und habe natürlich genau das Gegenteil erwartet. Letztendlich war ich von der Ausbildung aber sehr beeindruckt und überzeugt und profitierte ich für meine ganze Persönlichkeit daraus."

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3. "Inwieweit sind finanzielle Unterstützungen eines Klienten laut systemischer Sozialarbeit noch sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass jeder Klient über die Ressourcen und Ideen zur Problemlösung selber verfügt? Sollte man stattdessen nicht eher vermehrt Beratungen anbieten und somit die finanziellen Abhängigkeiten vermeiden?"

  • "Gerade bei Wohnungssicherungen habe ich ein Zeitproblem und dann kann ich mir nicht überlegen, wie kann ich jetzt phantasievoll und ressourcenorientiert arbeiten, sondern muss mir überlegen: Nächste Woche ist der Räumungstermin - was tue ich? Ist es sinnvoll das zu verhindern? Gerade, wenn kleine Kinder betroffen sind, empfinden wir das meistens für sehr sinnvoll. Es kann natürlich das Problem nicht lösen, sondern nur fixieren, das ist klar."
  • "Mir fällt dann noch zu der Frage - materielle Intervention ja oder nein - ein, dass das soziale System "Sozialarbeit-Klient" ja kein Einzelsystem ist, das in einem freien Feld agiert, sondern es ist eingebettet in einem wiederum übergeordneten System Gesellschaft und man kann das aufgliedern in: die übergeordnete Institution, wo die Soziarbeiterin tätig ist, dann steht darüber der Geldgeber, also der Auftraggeber bzw. die Politik. Ich denke mir, gerade bei materiellen Interventionen ist das sehr zu berücksichtigen. Das System kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern auch das Interesse der Geldgeber daran, dass kein Geld mehr ausgegeben wird. Also, ich denke mir, es ist ganz speziell wichtig, dass man gerade heutzutage - wo überall gekürzt wird, und wo sehr darauf hingearbeitet wird, dass den Menschen Individualität und Eigenverantwortung gegeben wird - auch hinterfragt, was bedeutet denn das, ist das jetzt nicht auch schon wieder eine Tendenz, Leute zu isolieren, sozial auch zu isolieren? Ich denke, Systemtheorie, systemische Soziarbeit arbeitet sehr stark in der Gegenwart und betrachtet die umliegenden Systeme und schaut sich an, wie ist es an sich, wie bin ich als SoziarbeiterIn eingebettet in eine große Organisation, in eine übergeordnete Organisation und dann wird die Intervention, die man beim Klienten oder mit dem Klienten setzt davon auch sehr abhängig und diese Geschichte "Geld oder Nicht-Geld" ist eine ganz heikle Sache."
  • "Ich mache zu einem Teil Supervision und da gibt es Supervisionsettings, wo sich eben die Leute das selbst bezahlen. Dort habe ich die unheimliche Pflicht, in relativ kurzer Zeit möglichst viel für die betreffende Person zu bewirken. Ich kann also nicht einfach hergehen "na, wird schon werden". Klar wird etwas, ich vertraue schon drauf, aber man muss sich überlegen, wie beginne ich das Ganze, wie starte ich das Gespräch? Und da ist, z.B. wenn man den Aspekt Ressourcenorientierung hernimmt, es sehr wichtig sich anzuschauen, was will diese Person, was hat sie an Fähigkeiten und wie kann ich diese fördern. Wie kann ich die Schwierigkeiten, die dieser Person im Weg stehen, helfen, die Schwierigkeiten zu umgehen oder damit umzugehen? Dabei ist diese ressourcenorientierte Beratung, sage ich einmal im weitesten Sinn, hilfreich. Ich denke, wir Sozialarbeiter haben dann manchmal für den/die KlientIn mehr Zeit, jedoch nicht in jeder Berufssparte.Die Überlegung, wie kann ich relativ schnell notwendig helfen, ist eine wichtige und die verpflichtet mich als Helfer zur absoluten Suche nach den besten Möglichkeiten. Aber wieder mit dem Wissen, dass ich nicht der "Wunderwuzi" bin, sondern dass die Sachen komplex sind. Es gibt einige wichtige Methodenansätze, gerade aus dem Systemischen, die mir dabei helfen."
  • "Für mich ist die finanzielle, materielle Intervention eine von unzähligen und da steckt für mich auch das Systemische, dass jede Methode im Vorhinein möglich ist oder in Frage kommt. Prinzipiell ist jede Methode eine Überlegung wert und dann schau ich mir das an. Jede Intervention die ich setze, hat Wirkungen oder unerwünschte Nebenwirkungen. Das weiß ich meistens erst nachher, wenn das ins Laufen gekommen ist. Manchmal habe ich schon Erfahrung und ich vermute die Auswirkung wird weniger gut sein. Aber das ist für mich das Systemische, dass ich im Grunde offen bin für alle Methoden oder Interventionen. Durch eine finanzielle Unterstützung kann der Klient einmal den Status quo halten, was ja auch eine tolle Veränderung ist, wobei ich eine Bewegung nach unten hin aufhalte. Durch das Materielle kann ich einmal die Voraussetzungen schaffen, um überhaupt arbeiten zu können. Der Mensch braucht einmal was zu essen und ein Dach über dem Kopf, zumindest nach meinem Verständnis, damit ich überhaupt was anderes in Bewegung setzen kann. Die Ressourcenorientierung heißt für mich zu überlegen, wo habe ich Ressourcen z.B. kann ich natürlich bei einem Obdachlosen schauen, wo er Ressourcen haben kann, aber im Materiellen wird es eher nicht sein. Vielleicht kommt da was in Bewegung, wenn eine finanzielle Grundsicherung gegeben ist."
  • "Ein anderer Aspekt ist, warum Leute nichts haben bzw. sehr wenig. Welche gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge finden in diesem Kontext statt? Dabei ist das der systemische Gedanke, dass es um ganz andere Veränderungen geht. Diese sind nicht direkt bei der Person, sondern es stecken vielleicht organisatorische oder politische Angelegenheiten dahinter. Keine Methode ist an sich schlecht, aber ich muss mir überlegen, was diese bewirken."

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4. "Kann man den systemischen Ansatz auch in diesem Sinne als politischen Ansatz sehen? ? Ich meine, manchmal ist das was wir tun können und tun sollen, gar nicht das Richtige. Dann muss man schauen bei der Institution usw. und möglicherweise dort etwas ändern. Jede Gesellschaft hat ja auch ihre Ursachen, warum jemand nicht kann. Und dann dreht sich die Geschichte um und es geht nicht nur darum, was tue ich mit dem Klienten, sondern was tue ich noch."

  • "Es ist auf alle Fälle ein Ansatz, der übergreifend ist. Der geht weiter über die Beziehung zwischen DIR und MIR hinaus und berücksichtigt auch das gesamte Umfeld. So würde ich das sehen."
  • "Es kann nicht nur um die Änderung des Verhaltens des Klienten gehen, sondern dass ich ihn befähige, dass er politisch aktiv wird im weiterten Sinne oder, dass ich Informationen so weitergebe, dass mein Umfeld politisch aktiv wird. Die Arbeit mit den Klienten macht ja auch etwas mit mir. Insofern verstehe ich, dass die politische Aktivität im weitesten Sinne damit verbunden ist."

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5. "Was ist eigentlich der Unterschied zwischen "systemischer" und "nicht-systemischer" Sozialarbeit?"

Die Sozialarbeit übernimmt in den letzten Jahren sukzessive immer mehr aus dem Gedankengut und dem Methodeninventar des systemischen Ansatzes und so werden die Grenzen immer fließender und eine Unterscheidung schwieriger.
Die wesentlichsten Punkte, die systemisches Denken auszeichnen, sind folgende:

  • Systemische Sozialarbeit sieht Probleme immer als Kommunikationsschwierigkeiten zwischen einer Gesellschaft und den so genannten "Klienten". Daher sieht die Systemische SozialarbeiterIn diese Kommunikationsschwierigkeiten als das, woran zu arbeiten ist. Nicht-systemische Sozialarbeit sieht meist Klienten, denen geholfen werden muss oder die angepasst werden müssen oder denen geholfen werden muss, sich anzupassen.
  • Systemische Sozialarbeit sieht die Sozialarbeit und den Sozialarbeiter als Teil dieses Systems, das mit Kommunikationsschwierigkeiten kämpft. Die Systemische SozialarbeiterIn beachtet daher vor allem, wie sie in diesem Konflikt mitspielt und sucht nach Möglichkeiten, selbst aus diesem Verhaltensmuster auszusteigen und damit weitere Veränderungen zu ermöglichen. Nicht-systemische Sozialarbeit hingegen sieht den Sozialarbeiter als quasi nichtbeteiligten Helfer, der Methoden anwendet bzw. Aushilfen anbietet, um den Klienten zu einer Veränderung zu veranlassen.
  • Systemische Sozialarbeit sieht diese Mitbeteiligung der SozialarbeiterIn als einen Zugang zu möglichen Veränderungen. Nicht-systemische Sozialarbeit sieht eine "Verwicklung" der SozialarbeiterIn als einen Fehler, der nicht vorkommen sollte und daher der Supervision bedarf.
  • Systemische Sozialarbeit sieht sich als Vermittler zwischen zwei Konfliktpartnern: Den so genannten KlientInnen und dem Rest der Welt: Keiner von beiden hat Recht, keiner Unrecht. Es muss eine Lösung geben, die für beide Seiten akzeptabel ist. Nicht-systemische Sozialarbeit vertritt meist noch andere Werte als diesen der Konfliktlösung und gerät damit oft in die Situation, in Konflikten Partei zu sein. Eine Beratung in Konflikten ist aber nicht möglich, wenn man Partei ist.
  • Systemische Sozialarbeit schaut bei einem Problem in erster Linie darauf, wie es jetzt funktioniert, wie es kommt, dass es sich am Leben erhält, und ob irgendeine Veränderung an irgendeiner Stelle wohl so relevant sein könnte, dass sie weitere Veränderungen zur Folge haben wird (Was im Endeffekt eine Auflösung des Problems bedeutet). Oder sie schaut überhaupt nicht auf das Problem, sondern darauf, wohin sich die Angelegenheit im günstigen Falle wohl verändern wird. ("Man muss nicht den Schlosser kennen, der ein Schloss gemacht hat, um es aufzusperren." Oder: "Wenn ich nach Paris will, muss ich den Weg dorthin herausfinden und nicht, wieso ich jetzt in Wien bin.") Nicht-systemische Sozialarbeit beschäftigt sich meist eingehend mit Problemen und deren Ursachen, weil die klassische Meinung ist, die Erkenntnis von Ursachen ermögliche erst Veränderungen.

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