Als einzige wirkliche Grundsätze gelten folgende:

 

1) „Nur eine Änderung bewirkt eine Veränderung(Milowiz, Mündliche Mitteilung, Dez. 2003)

  • „Wenn etwas nicht kaputt ist, mache es nicht ganz!“
  • „Wenn du einmal weißt, was funktioniert, mache mehr vom Selben!“
  • „Wenn etwas nicht funktioniert, lass es sein und mache etwas anderes!“

Oft tun wir, um etwas zu verändern, irgendetwas, was wir aus früheren Situationen so gelernt haben oder von dem wir aus anderen Gründen glauben, dass es wirksam ist. Wirkt es nicht, so tun wir mehr desselben. Ein solcher Beginn führt häufig dazu, dass das Verhalten, das etwas verändern sollte, in Wirklichkeit trotz bester Absichten zur Verstärkung des unerwünschten Zustandes führt. Eine Änderung kann in dem Fall erst dann stattfinden, wenn wir selbst etwas anderes, Neues tun, wenn wir unser Verhalten ändern.

2) Kein System ist statisch. Veränderung passiert ständig.

Wenn man ein scheinbar starres System genau beobachtet, stellt sich heraus, dass auch dieses sich ständig verändert, dass es immer zumindest kleine Schwankungen gibt. Allein die Bereitschaft, diese Veränderungen wahrzunehmen, zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf und bewirkt oft, dass weitere Veränderungen möglich werden.

Alle Gedanken, die auf diesen Grundsätzen aufbauen, können nicht als Grundsatz, sondern nur als Leitsätze verstanden werden, die häufig, aber nicht immer nützlich sind.

Solche Leitsätze wären:

  • Lösungsorientiertheit: Der systemische Ansatz ist lösungs- und ressourcenorientiert. Man geht davon aus, dass jedes System über Ressourcen und Ideen zur Problemlösung verfügt.
  • Zukunftsorientiertheit: durch das Formulieren von Zielen soll der Blick nach vorne gerichtet werden. Die Vergangenheit spielt nur in Bezug auf nützliche Lernerfahrungen eine Rolle.
  • Aufwertung: Ein Problem soll mit Hilfe von aufwertenden Beschreibungen positiv umgedeutet werden. Man geht davon aus, dass jeder Mensch in der Situation ehrenwert und nachvollziehbar handelt, nur fehlen einem von außen gelegentlich die Informationen, um die Handlungen verstehen zu können.
  • Änderung von Sichtweisen: Eine Änderung des Blickwinkels, der Sichtweise auf eine Situation, bewirkt auch Verhaltensänderungen und daher in weiterer Folge auch Veränderungen in der als problematisch beschriebenen Situation – oft verschwindet dadurch das „Problem“.
  • Eigenverantwortlichkeit: Wenn man Klienten bei der Entdeckung ihrer eigenen Ressourcen unterstützt und selbst die entsprechende Distanz wahrt, entwickeln sie oft eigene und unerwartete Lösungswege.