Methoden

 

Systemiker benützen grundsätzlich alle Methoden, auch aus anderen Denkschulen (z.B. von der Psychoanalyse, Gestalttherapie, Gruppendynamik etc.), aber es gibt auch einige Methoden, die speziell von Systemikern entwickelt wurden. Dazu gehören unter anderem:

Komplimente

Komplimente über konstruktives Verhalten des Klienten aussprechen, im Sinne „mehr vom dem machen, was funktioniert“.

Ausschlaggebend bei Komplimenten ist, dass sie ehrlich gemeint sind, da diese andernfalls leicht als Ironie aufgenommen werden.

Komplimente sollen jedoch nicht mit Lob verwechselt werden, weil das Lob nicht die Wertschätzung aus einer gleichwertigen Position heraus expliziert, sondern meist von einer übergeordneten Person ausgesprochen wird.

Lösungs- bzw. ressourcenorientiertes Arbeiten

Man geht davon aus, dass jeder Klient selber über die Ressourcen zur Problemlösung verfügt. Durch den Blick in die Zukunft sollen mit Hilfe eines Sozialarbeiters Ziele formuliert werden, um Fortschritte zu erreichen und somit aus der jeweiligen Situation fortzuschreiten. Um zu solchen Zieldefinitionen zu gelangen wird oft die so genannte Wunderfrage als Methode verwendet.

Es soll das Augenmerk auf die Beschreibung von Ausnahmen in Problemsituationen gelegt werden, damit der Klient seine eigenen Erfolge sehen kann.

Zirkuläres Fragen hat als Ziel, dass der Befragte den Blickwinkel ändert, meist von einer linearkausalen zu einer zirkulär-interaktiven Sichtweise. Das zirkuläre Fragen soll Unterschiede schaffen, welche wiederum Unterschiede machen, um konditionierte Sichtweisen und Verhaltensweisen dysfunktionaler Systeme zu „stören“.

Diese Fragen zielen nicht auf Informationsgewinnung ab, sondern sind vielmehr eine bewusst gesetzte Intervention, die die Sichtweise der Klienten verändern soll.

Paradoxe Interventionen

Sind solche Interventionsformen, die eine Veränderung herbeiführen, egal, wie die Klienten darauf reagieren. z.B. Symptomverschreibung.

Skalierungsfrage

Im Rahmen der Skalierungsfrage soll der Klient versuchen, auf einer Skala (z.B. von 0-10) seine Motivation, Beziehungen, Selbstwertgefühl etc. zu positionieren und demzufolge wird gemeinsam eruiert, warum er sich so einschätzt. Es kann folglich ein Vergleich zu früheren Situationen hergestellt werden, in denen es ihm besser bzw. schlechter ging.

Mit der Skalierungsfrage gibt der Sozialarbeiter die Verantwortung an den Klienten ab, sich selber einzuschätzen, wodurch Missverständnisse und der Druck, jemanden gerecht einzuschätzen, verhindert werden.

Zur Skalierungsfrage siehe vor allem: DeJong, Peter & I.K. Berg: Lösungen (er-) finden. Das Werkstattbuch der lösungsorientierten Kuzzeittherapie. Dortmund 1999.

Reflecting Team :

Ein Team von Beobachtern (Sozialarbeiter, Pädagogen, Psychologen) nehmen bei einem Beratungsgespräch die Position der Zuhörenden ein. Nach einer gewissen Zeit werden die Rollen getauscht und das Reflecting Team denkt nun laut über das bisherige Gespräch nach (sog. Metalog), das zuvor aktive System hört nun aufmerksam zu.

Ziel dieser Methode ist Freiraum für verschiedene Perspektiven zu schaffen und neue Ideen und damit Lösungen zu erreichen.

Entnommen aus:
Zum Reflecting Team siehe: Andersen, Tom: Das Reflektierende Team. Dialoge und Dialoge über die Dialoge. Dortmund 1990
http://www.uni-koeln.de/ew-fak/konstrukt/didaktik/download/reflectingteam.pdf vom 4.12.2003. Adobe Acrobat Reader erforderlich! -> download
Strasser, Ines: Mein Weg in die systemischen Landschaften; Diplomarbeit zum Lehrgang "Systemische Sozialarbeit" 2000-2003. In: BASYS - Berichte des Arbeitskreises für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision. Heft 2/2003, Lfd. Nr. 15