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Zirkuläres Fragen

Die zirkulären Fragen können eingeteilt werden nach der Art des Blockierungsmechanismus, der durch sie in Frage gestellt wird:

Fragen, die generell den Gedanken auf die Möglichkeit des Andersseins lenken:

"Gibt es Zeiten, wo Sie mit ihrem Geld sparsamer umgehen als sonst?"

"Wie haben sie gelebt, bevor Sie zu trinken begonnen haben?"

"Sollten Sie einmal eine konstante Arbeit haben, was würde da alles anders sein als jetzt?"

"Woran merken Sie, wenn Sie nicht depressiv sind?"

"Sollte dieses Problem einmal erledigt sein, was würden Sie gerne so beibehalten, wie es jetzt ist?

Fragen, die verschiedene Beschreibungen oder Erklärungen desselben Vorgangs möglich machen:

"Wie, glauben Sie, würde Ihr Arbeitgeber die Situation beschreiben?"

"Was würde ein Außenstehender sehen, wenn er bei dieser Auseinandersetzung zusehen würde?"

"Wie erklärt Dein Vater sich, dass er manchmal so wütend wird? Glaubst Du, sieht es die Mutter genauso?"

"Wann hast Du begonnen, die Situation so zu beschreiben? Wie wurde sie vorher beschrieben?"

Fragen, die aus Eigenschaften Verhaltensweisen machen:

"Wie muss der Vater sich verhalten, damit seine Frau ihn als aggressiv erlebt?"

"Wie geht das genau, wenn Ihre Sucht Sie beherrscht? Was machen Sie da?"

Fragen, die die Kontextabhängigkeit von Verhaltensweisen einführen:

"In welchen Situationen neigen Sie eher dazu, Geld auszugeben, in welchen weniger?"

"Wie reagiert ihr Mann, wenn Sie über das Kind zu schimpfen beginnen?"

"Wer reagiert zuerst, wenn Du in die Hose machst, der Vater oder die Mutter?"

Fragen, die die gegenseitige Bedingtheit von Verhalten einführen:

"Nehmen wir an, sie wollten erreichen, dass Ihr Mann ins Wirtshaus geht und sich betrinkt: Wie müssten Sie sich verhalten?"

"Wenn Sie wollten, dass Ihr Kind sich in der Schule auffällig benimmt, was müssten Sie dazu tun?"

"Wenn Sie diesen Job bald wieder verlieren wollten, wie müssten Sie sich verhalten?" (Ich möchte darauf hinweisen, dass nach unserer Erfahrung die Leute auf diese Frage das zur Antwort geben, was sie normalerweise tun, um sich in Schwierigkeiten zu bringen!)

Fragen, die eine zeitliche Dimension ins Geschehen einführen:

"Wann hat die Mutter begonnen, ihre Fähigkeit, Frustrationen auszuhalten, nicht mehr einzusetzen?"

"Wie lange, denken Sie, werden Sie brauchen, um Ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen?"

Fragen, die aktive Alternativen für Begriffe wie "Krankheit", "Störung", "Verwahrlosung" o.ä. einführen:

"Angenommen, Sie wollten der Welt zeigen, daß Sie sich nichts vorschreiben lassen, könnten Sie das zeigen, indem Sie wirres Zeug reden?"

"Angenommen, Sie wollten ihren Eltern zeigen, daß sie sich weiter mit Ihnen auseinandersetzen müssen, könnten sie das erreichen, indem Sie Mopeds klauen?"

Entnommen aus:
Milowiz, Walter: Teufelskreis und Lebensweg. Systemisches denken in der Sozialarbeit. Wien New York 1998.

 

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