ASYS Arbeitskreis für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision

Wir von ASYS – Arbeitskreis für Systemische Sozialarbeit, Beratung und Supervision fördern den Austausch und die Weiterentwicklung systemischen Denkens und professionellen systemischen Handelns für Interessierte aus der Sozialarbeit und den angrenzenden Bereichen wie Sozialpädagogik, Pädagogik, Medizin, Personalentwicklung u.a.

ASYS Lehrgang „Systemische Supervision & Coaching“ startet im April 2023

In Kooperation mit PINA bietet ASYS in Feldkirch in Vorarlberg den Lehrgang „Systemische Supervision & Coaching“. Dieser Lehrgang startet im April 2023.

> 1/4 Jahrhundert ASYS

Seit über 25 Jahren entwickelt ASYS systemisches Denken und Handeln für den professionellen Beratungseinsatz.
Das aktuelle BASYS zum 25-Jahr-Jubiläum von ASYS können Sie hier kostenfrei downloaden.

ASYS Bibliothek

Der Onlinekatalog der ASYS Bibliothek steht ab sofort zum Suchen und Finden von systemischer Literatur zur Verfügung.

Die „Wiener Schule“ systemischen Denkens

Wir von ASYS haben mit der „Wiener Schule“ systemischen Denkens fünf Grundprinzipien entwickelt: Vernetzung – Konstruktivistisches Paradigma – Selbsterhaltung – Zirkularität – Einbeziehung des Beobachters/der Beobachterin. Wir arbeiten damit im Einsatz in der professionellen Praxis, in der Lehre, der Fort- und Weiterbildung, der beruflichen Reflexion sowie der forschenden theoretischen Weiterentwicklung.

NEUES von ASYS

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Die systemische Zeitschrift von ASYS – das BASYS – ist gerade erschienen für alle ASYS Mitglieder. Das Editorial von Renate Fischer als Vorgeschmack …

Liebe Kolleg_innen,
halt, stopp, keinen Schritt weiter! Ihr könnt es nicht sehen, aber die rote Flagge wurde gehisst. Das Meer ist unruhig, die Wellen hoch, die Unterströmung stark. Wer mehr als einen Fuß ins Wasser setzt, wird vom diensthabenden Rettungsschwimmer zurückgepfiffen. Rückzug! Scham den Wagemutigen und den Unvorsichtigen!
Am Ende der Urlaubssaison sitze ich hier in Kreta und beobachte das wilde Treiben. Die Wassermassen überschlagen sich förmlich vor Eifer. Große, mächtige Wellen, die schier alles zu überrollen drohen und erst brechen, kurz bevor sie den Strand erreichen. Keine zehn Pferde würden mich heute ins Wasser bringen. Und nicht nur mich. Die Strandliegen sind fast leer. Die Meisten haben dem Meer den Rücken gekehrt oder sitzen wie ich als Zuseher in respektvollem Abstand. Manche trotzen allerdings dem Wetter und warten – quasi schon schwimmbereit – am Ufer. Gehen ungeduldig am Strand auf und ab. Einen Fuß bereits im Wasser, den Blick sehnsüchtig aufs kühle Nass geheftet. Angelockt vom Abenteuer. Zurückgehalten vom wachsamen Pfiff der Baywatch-Crew.
Ist es so, das Leben, frage ich mich, während ich nachdenklich am griechischen Kaffee nippe. Ist alles im Grunde ein ständiger Wechsel zwischen Zurückhaltung und Vorwärtsstreben? Zwischen Angst und Abenteuer? Zwischen Vergnügen und Strafe? Funktioniert es so, das Zusammenleben? Ein scharfer Pfiff, sobald die Grenze des Erlaubten übertreten wird? Stets dem Urteil der Zuschauer ausgesetzt, die missbilligend den Kopf schütteln, wenn man sich (zu) weit vorwagt? Aber immer auch in Gefahr, als Langeweiler, Angsthase, Drückeberger abgestempelt zu werden, eben weil man nur in Zuschauerraum sitzt. Im vermeintlichen Glauben, als Beobachter nicht beteiligt zu sein. Arbeitet er so, der innere Seismograph? Wird die rote Flagge gehisst, wenn es brenzlig wird? Wie sieht er wohl aus, der innere Wachturm, der den eigenen Horizont nach Gefahren für Leib und Seele absucht? Der einschätzt, welche Welle ich noch packen kann und ab wann es mir den Boden unter den Füßen wegziehen wird?
In diesem Heft, liebe Kolleg_innen, geht’s genau darum: um die rote Flagge. Und um all die Emotionen und Interaktionen, die damit verbunden sind. Mit Scham und Rückzug nimmt ASYS sich diesmal zweier Themen an, die in Theorie und Praxis oft vernachlässigt werden und dennoch so bestimmend in unserem Miteinander sind.
Beatrix Resatz widmet sich in ihrer Diplomarbeit dem „Teufelskreis Rückzug“. Sie untersucht die Wirkung von Rückzug im Konflikt und bietet hilfreiche Interventionsansätze an. Martin Fellacher schließt thematisch mit seiner Abschlussarbeit über den wichtigen Prozess der Schamregulation in der systemischen Supervision an. All jenen, die am Herbstfest von ASYS teilgenommen haben, werden seine Überlegungen schon vertraut sein, da wir ihn dankenswerter Weise für ein Workshop zum Thema gewinnen konnten. Wer diesmal nicht dabei sein konnte, kann in diesem Heft nicht nur Martins Arbeit sondern auch ein paar Eindrücke zum Fest nachlesen.
Auch Walter Milowiz lädt uns mit seinem Beitrag über Zärtlichkeit, Scham und Aggression zum Nachdenken ein. Er bringt frühkindliche Erfahrungen und Interaktionen mit der Interaktionstheorie der Wiener Schule in Kontakt und wirft einen Blick auf unterschiedlich hohe Energielevel, die dabei nicht außer Acht gelassen werden sollten. Christian Reininger rundet schlussendlich das Thema mit einem Tagungsbericht vom PINA-Kongress „In Beziehung“ ab. Er bringt uns in seinem Beitrag auch wieder zurück zum wilden Meer und zum sicheren Hafen. Und zu den wachsamen Rettungsschwimmern, die nicht nur schrill pfeifen können, sondern sich in Notsituationen hoffentlich auch für uns in die Fluten werfen und zu Hilfe eilen.
Darüber hinaus finden sich natürlich auch wieder Buchrezensionen, das Feuilleton, ein Hinweis auf kommende Termine und Informationen über unseren Verein im Heft. Außerdem seid ihr herzlich eingeladen, uns wieder Beiträge zum nächsten BASYS zu schicken, das „Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung“ zum Thema haben wird. Einsendeschluss dafür ist der 2.2.2022
Und nun bleibt mir nur noch, euch eine schöne Herbst- und Winterzeit zu wünschen. Möge das Meer euch genau die richtigen Wellen schicken, um mit Freude und Lebenslust durch die nächsten Monate zu segeln.
Renate Fischer
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Beim ASYS Herbstfest 2022 gab Martin Fellacher einen Impuls zum Thema "Scham – allgegenwärtig aber tabuisiert", der einen regen Diskurs und Eigen- und Praxiserleben durch die Teilnehmenden ermöglichte. Mehr ansehenWeniger ansehen

Beim ASYS Herbstfest 2022 gab Martin Fellacher einen Impuls zum Thema Scham - allgegenwärtig aber tabuisiert, der einen regen Diskurs und Eigen- und Praxiserleben durch die Teilnehmenden ermöglichte.
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